Presse

31.08.2018, 08:07 Uhr

Die Kreistagsfraktionen von CDU, SPD und FDP bringen gemeinsam einen Entwurf für ein neues Leitbild in den Kreistag ein

Vergangenes Jahr haben die Fraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP nach einer gemeinsamen Basis für die Weiterentwicklung des Leitbildes des Kreises gesucht.
Ein Leitbild ist keine Sammlung kurzfristiger politischer Überlegungen, sondern soll als Leitlinie die Weiterentwicklung unseres Kreises in den nächsten Jahrzehnten lenken. Im weiteren Prozess werden im Sinne eines Arbeitsprogramms daraus konkrete Maßnahmen entwickelt.

Im Mittelpunkt des gemeinsamen Entwurfs, den nun die Fraktionen von CDU, SPD und FDP einbringen, steht der Mensch als zentraler Bezugspunkt der Kreispolitik...

„Für die CDU-Fraktion ist der Punkt „Verkehr & Mobilität“ für die Strukturentwicklung und Stärkung des Wirtschaftsstandortes, insbesondere vor dem Hintergrund des Auslaufens der Braunkohleförderung, von größter Bedeutung. Ein funktionierender, bedarfsgerechter ÖPNV/SPNV im Kreis Heinsberg ist für alle Generationen essentiell und stellt einen entscheidenden Standortfaktor dar. Im Bereich Bildung und Schule ist der CDU nach wie vor daran gelegen, dass insgesamt ein breites, bedarfsgerechtes Angebot, auch im Förderschulbereich, vorhanden ist. Mit dem Erhalt der Janusz-Korczak-Schule konnte hier bereits ein wichtiger Schritt in diese Richtung gegangen werden. Ebenso misst die CDU-Fraktion dem Thema „Wohnen“ eine übergeordnete Bedeutung zu. Gerade in Zeiten steigender Wohnkosten und erhöhter Bedarfe an alternativen Wohnformen müssen hier Rahmenbedingungen für ein nachfragegerechtes Angebot geschaffen werden, um auch in diesem Bereich den Kreis infrastrukturell weiterhin zukunftsfähig aufzustellen“, führt Norbert Reyans, CDU-Fraktionsvorsitzender, aus.
Auch für die Sozialdemokraten ist die Entwicklung des Wohnungsmarktes im Kreis eine der wichtigsten Aufgaben in den kommenden Jahren. Menschen in jeder Lebensphase sollen im Kreis Heinsberg auf ein ihrer Lebenssituation entsprechendes Angebot treffen. "Für uns heißt das: Kreis und Kommunen müssen eine aktive Wohnungsmarktpolitik betreiben, um die Erreichung dieses Zieles sicherzustellen", unterstreicht Ralf Derichs, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, die Forderung im Entwurf des Leitbilds. Derichs verweist in diesem Zusammenhang auf ein Gutachten der NRW-Bank, die einen Fehlbedarf von 5.000 Wohnungen im Kreis Heinsberg in den kommenden Jahren ausgemacht hat. Im Bereich Bildung ist für die SPD die Fortführung der integrierten Schulentwicklungsplanung und das Bekenntnis zur Stärkung und verlässlichen Fortführung der Schulsozialarbeit von großer Bedeutung. Bei der wirtschaftlichen Entwicklung ist es den Sozialdemokraten ein besonderes Anliegen, dass der Kreis zukünftig mehr von den ihn umgebenden Hochschulen profitiert. In Zusammenarbeit mit den benachbarten Hochschulen wird der Kreis die Ansiedlung qualifizierter Beschäftigung fördern.
„Für die weitere Wirtschaftsentwicklung wird neben einer weiteren Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, insbesondere im Bereich des ÖPNV und SNPV ein entsprechendes Gewerbe- und Industrieflächenangebot benötigt. Neben den Standortmarketingkampagnen „Kreis Heinsberg – Spitze im Westen“ und „Heinsberger Land“ gehört für uns Freie Demokraten als ein bedeutender Standortfaktor eine gut ausgebaute (digitale) Infrastruktur dazu, um den Wettbewerb der Regionen zu meistern. Die Stärkung der Bildung mit Schwerpunkt auf kreiseigenen Schulen, Arbeitswelt und Berufsleben sowie Digitalisierung und Online-Lernsysteme soll auch durch die Volkshochschule im Kreisgebiet gewährleistet werden. Die Schaffung arbeitsplatznaher Kinderbetreuungsplätze auch in Zusammenarbeit mit einzelnen Betrieben ist ein weiterer Schritt hin zu einem familienfreundlichen Arbeitsumfeld und zur Attraktivitätssteigerung des Wirtschaftsstandortes“, ist sich Stefan Lenzen, Fraktionschef der FDP sicher.
Die antragstellenden Fraktionen eint insbesondere das Bewusstsein der herausragenden Bedeutung solider Finanzpolitik für den Kreis Heinsberg. Um auch für künftige Herausforderungen finanziell handlungsfähig zu sein ist klar, dass nicht alles was wünschenswert ist, auch bezahlbar ist. Mit Rücksicht auf die den Kreis finanzierenden Kommunen wird es bei allen politischen Entscheidungen zentral sein, die Balance zwischen den zur Bewältigung der Kreisausgaben erforderlichen, gesunden Kreisfinanzen und dem Erhalt der Finanzkraft der Kommunen zu finden.

aktualisiert von Martin Kliemt, 31.08.2018, 08:10 Uhr